30 April 2007

Universität ist…

Posted in Studium, Universität tagged um 2:00 am von G. Neuner

…ein Zugunglück in Slow-Motion und man selbst steckt mittendrin.

Die Einführung des Bachelors wurde bis jetzt ziemlich oft mit Argwohn gesehen. Zurecht, wie ich finde. Aber das soll hier nicht einmal Thema sein, über seine Sinnlosigkeit/-haftigkeit könnte man nämlich ewig diskutieren und genau das wurde auch schon oft getan.

Das Problem das ich dabei gerade sehe ist dabei eher Beiwerk. Wichtiges Beiwerk für einige Leute die es noch garnicht wissen, aber eigentlich wirklich nur Beiwerk. Es geht um die Einführung des Bachelors. Nicht um den Studiengang an sich, sondern um das was drum herum an Murks fabriziert wird.

Um genau zu sein geht es mir gerade um den Bachelor unserer Sprach- und Literaturfakultät, welcher bis jetzt viel Lob dafür erhalten hat wie durchdacht sein Konzept war, als er dann letztes Jahr im Hauruckverfahren doch noch viel zu spät eingeführt wurde.

Lobenswert jedenfalls im Vergleich zu den anderen Bachelorstudiengängen die man bisher hier gewohnt war. Nun, um es kurz zu fassen: Eigentlich ist er nicht schlecht, wenn auch noch recht ungewohnt und schlecht dokumentiert. Man muß schon auf den Einführungstagen gewesen sein um als Studienanfänger wissen zu können was genau man da eigentlich belegen muß, wenn man ihn studiert.

Wir nähern uns der Crux des Problems.

Da dieser Bachelor ein sehr, sehr gut durchdachter Studiengang ist haben sich die Verantwortlichen auch gedacht, daß man den Leuten die es studieren auch gewisse logische Beschränkungen geben sollte was ihre Nebenfächer angeht. Damit sie ein ordentliches Studium in ihren Nebenfächern hinbekommen nämlich. Eigentlich garnichtmal so eine schlechte Idee.

Also wurden in Zusammenarbeit mit den studierbaren Fächern jeweils verbindliche Listen zusammengestellt, welche genau sagten was für Veranstaltungen belegt werden müssen bis man dann nach 6 Semestern die Bachelorprüfung macht. Ein nicht allzu schweres Konzept, oder?

Alles was die Studierenden dann also machen mussten war sich an die Listen zu halten und loszustudieren.

Es gab dabei am Ende nur ein Problem: Dummerweise hätte man auch den betroffenen Studierenden davon erzählen sollen.

Das große Problem waren/sind nun nämlich die Nebenfächler im Fach Politikwissenschaften. Während in den anderen Fächern zumindest gesagt wurde daß es diese Listen gäbe, wurde in der Politikwissenschaft zwei Semester lang von offizieller Seite aus erzählt, daß das einzige woran sich Nebenfachbachelostudenten in diesem Fach halten mussten, die 30 ECTS-Punktehürde sei die jeden Nebenfächler betraf.

Was an sich nicht mal so falsch war, denn das stimmte für alle anderen Bachelorstudiengänge der Universität und generell auch für die um die es gerade geht. Nur für die Studenten der Sprach- und Literaturfakultät gab es eben diese Liste.

Zum ersten mal überhaupt davon erfahren hat eine Bachelorette als sie in ihrer Funktion als Fachschaftlerin eigentlich einem Erstsemester helfen wollte ihren Stundenplan zusammenszustellen. Ironischerweise für genau die selbe Fächerkombination die sie selbst jetzt im 2ten Semester studierte. Sie fragte noch kurz bei der Studienberatung nach ob es denn mittlerweile Änderungen gegeben hätte und bekam diese Liste ausgehändigt.

Aha, ist das neu, fragt sie da noch.

Wieso neu, sagt da die Studienberatung, der gilt schon seit letztem Semester.

Äh… wie bitte? sagt da die Fachschaftlerin.

Und weitere Nachfragen ergaben das gleiche: Diese Liste existiert und ist verbindlich, bloß weiß davon (bisher) niemand. Niemand der es studiert und niemand der den Studenten erklären soll wie man nach ihrer Studienordnung studiert. Tatsächlich ergibt sich nach intensivem E-mailverkehr und einigen Telefonaten folgendes Bild: Diese Liste muß irgendwann aus einem Weißen Loch hervorgekommen sein daß bei der Kommunikation zwischen der Sprachfakultät und der Politikfakultät entstanden ist und materialisierte sich irgendwo in einem Besenschrank, tauchte aber dann in den Dokumenten der Studienberatung auf die nicht wirklich wissen worum es geht sondern nur die Liste an alle verteilen die danach fragen. Sie wurde nie offiziell beschlossen oder überhaupt öffentlich gemacht und niemand wollte dafür verantwortlich sein daß sie existierte.

Um genau zu sein war die erste Reaktion auf die Frage nach dieser Liste in beiden Fakultäten, daß die Schuld dafür erstmal auf die anderen geschoben wurde. Ohne daß überhaupt irgendwelche Vorwürfe von uns zu dem Thema kamen. Wir wollten eigentlich nur wissen ob es diese Liste gibt.

Das Ergebnis ist nun, daß da eine unbekannte Anzahl an Studenten (grob geschätzt so 10-20, der Bachelor war noch nicht wirklich beliebt bisher) gerade vor sich hin studiert ohne zu wissen daß sie es falsch machen. Und merken werden sie es wahrscheinlich erst wenn sie dann irgendwann vor der Prüfung stehen und gefragt werden warum sie denn nicht die Vorraussetzungen erfüllen.

Nun gut, wieder einmal eine Katastrophe die nur darauf wartet zu passieren. Ich weiß garnicht warum ich schon wieder da mit hinein gezogen wurde. Es ist ja eigentlich (noch) nicht einmal ein Problem meiner Fachschaft. Ich glaube ich habe bloß den Fehler gemacht zu lang zu gut zuzuhören und einfach generell zuviel Mitleid zu haben. Gut, vielleicht lag es auch daran daß die oben genannte Fachschaftlerin auch einfach ein nettes Mädchen ist. Männer sind manchmal so einfach.

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