4 Mai 2007

música lliure

Posted in Kultur, Musik, Welt tagged , um 6:09 am von G. Neuner

GironaKatalanien ist die Ecke von Spanien die auf der Karte rechts oben ist. Also der Bereich in den man normalerweise fährt wenn man Urlaub in Barcelona macht. Das voraus als kleine Gedankenstütze für solche Leute wie mich, die nicht nach Spanien in den Urlaub fahren und normalerweise dann auch nicht wirklich viel über diese Gegend nachdenken. Die katalanische Sprache wird in diesem Bereich, auf den Balearen, in Andorra und sogar einer einzelnen Stadt von Sardinien gesprochen. Katalanien hat, um es so zu sagen, eine eigene Kultur. Aus historischen Gründen zählt es in einem seltsamen halboffiziellen Sinn sogar als eigene Nation, obwohl es Teil Spaniens ist. Eine Tatsache die in unserem Land (und woanders) auch nicht wirklich bekannt ist. Was wahrscheinlich auch daran liegt daß kaum etwas aus diesem geographischen Bereich an Popkultur herüberschwappt. Denn natürlich hat auch Spanien seine eigene (Pop-)Kultur mit seinen eigenen Künstlern, jenseits von Ballermann und Lloret del Mar. Eine Tatsache die die meisten Menschen in anderen europäischen Ländern meist erst zur Kenntnis nehmen wenn mal wieder der Eurovision Song Contest im Fernsehen läuft, und dann wird man auch so sehr erschlagen von den ganzen Liedern, daß man diese Tatsache auch gleich wieder vergisst und das Wissen darum mit der Scham über das schlechte Abschneiden des eigenen Beitrages irgendwo im Hinterkopf vergräbt.

Vor ein paar Tagen bin ich auf der Seite von Creative Commons auf ein recht interessantes Interview mit dem Herausgeber einer katalanischen Musikzeitschrift gestoßen, der in einer der letzten Ausgaben dieser Zeitschrift eine CD mit katalanischer Musik unter der Creative Commons-Lizenz beigelegt hat.
Das Interview an sich ist dabei nicht wirklich das großartige daran, es geht größtenteils darum daß Creative Commons ihn beweihräuchert weil er es unter ihrer Lizenz veröffentlicht hat und er Creative Commons wegen ihrer Lizenz über den Klee lobt. Auch wenn ich die Idee von CC gut finde (man sehe sich mal das eine Feld rechts unten auf meiner Seite mit der Überschrift „Copyright Text“ an…) bin ich nicht wirklich begeistert davon andauernd auf ihrer Seite nichts als Propaganda dafür zu lesen. Es ist nicht die Idee die mich daran stört, sonder einfach daß ich allergisch gegen Propaganda bin. Allerdings, was erwarte ich von der Webseite einer Organisation auch anderes als das sie Werbung für sich selbst macht?

Nun, das für mich interessanteste an diesem Projekt mit der CD war vor allem, daß es auch mal mir, als nicht der Sprache und des Landes Kundigem, die Möglichkeit gibt katalanische Musik, und noch dazu gute Musik, zu hören und frei verwenden zu können ohne dafür zu zahlen. Egal was am Ende mit freien Lizenzen und Kreativität argumentiert wird, den Endbenutzer interessiert nur ob er diese tolle Musik gratis und leicht bekommen kann. Und das hilft dem ganzen doch am Ende auch irgendwie besser finde ich. Und wie soll ich als jemand der sich in diesem Bereich eben überhaupt nicht auskennt ansonsten auf solche Musik aufmerksam werden? In dieser Hinsicht ist so eine Idee auch eine wunderbare Möglichkeit für Künstler ihre Musik über ihre Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen.

música lliure (freie Musik) heißt dieses Projekt, und es bietet einiges an guten und hörbaren Liedern zusammengestellt in einer wirklich breiten Stilvielfalt die man als Deutscher von Katalanien, oder auch von ganz Spanien, nicht wirklich gewöhnt ist und auch nicht wirklich erwartet. Punk, Hip Hop, Elektro. Irgendwie ist für jeden etwas dabei. Das alte Problem daß fremdländische (wie sollte ich das sonst nennen) Musik überall auf der Welt normalerweise mit dem verbunden wird, was von wem auch immer als Radiotauglich befunden wird. Für den durchschnittlichen Hörer in welchem Land auch immer endet der Musikhorizont hinter dem Drehknopf für die Senderwahl. Als Beispiel: wem fällt auf Anhieb irgendein moderner spanischer Künstler ein? Mir jedenfalls nicht.

Das einzige Problem, welches sich mir gerade stellt, ist, daß ich nun wirklich gern etwas über die verschiedenen Künstler erzählen würde, vor allem weil sie eben teilweise (ja teilweise, ein paar Aussetzer sind auch dabei) richtig gut und hörbar sind. Ich kann das allerdings nicht. Ich spreche einfach deren Sprache nicht und all ihre Webseiten sind weder auf deutsch noch auf Englisch. Das kann allerdings auch ein Vorteil sein. Dann kann man nämlich die Musik einfach auf sich wirken lassen ohne daß Text und Bedeutung dazwischen kommt. Etwas was ich schon seit langem bei den meisten Liedern die ich höre einfach nicht mehr kann.

Hier klicken für Hörbeispiele! (Öffnet einen Flashplayer in einem neuen Fenster/Tab)

Alle Lieder in diesem Beispiel wurden unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlicht und können wie der Rest der Compilation auf música lliure frei und kostenlos heruntergeladen werden.

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