10 Mai 2007

…und schon wieder ein Netzwerk für Studenten…

Posted in Review, Studium, Universität, Welt tagged um 10:51 pm von G. Neuner

Ein weiteres Soziales Netzwerk für Studenten erscheint in den Weiten des Meeres Web 2.0: Carmun heißt das gute Stück und will sich vor allem dadurch von seinen Konkurrenten unterscheiden, daß bei ihm das akademische Interesse vor dem Flirten oder dem Austausch über die Lieblingsband geht. Ein hehres Ziel, allerdings kann man sich denken daß ansonsten auch niemand auf diesen neuen Zug aufspringen würde, zu sehr sind ist die Konkurrenz schon im Feld gefestigt. Carmun unterstützt sein Anliegen den angemeldeten Studenten vor allem akademisch zu helfen durch bibliographische Hilfsmittel in seiner Benutzeroberfläche. In dieser Hinsicht ist die Idee gar nicht mal so schlecht. Ähnlich wie bei Bookmarks bei del.icio.us speichert und teilt man seine bibliographischen Angaben, Notizen und Rezensionen von Büchern mit seinen Mitstudenten und hilft sich so gegenseitig. Als Bonus gibt es Funktionen die bereits fertige Literaturlisten automatisch durchsuchen können und bibliographische Angaben aus den Bibliothekskatalogen einfach übernehmen lassen.

Nun, die Idee ist ganz gut soweit, jedenfalls in der Theorie. Selbst wenn man die Angaben per Hand eingibt sind die Speicher- und Ladezeiten für die bibliographischen Angaben schmerzhaft lang, die automatische Durchsuchefunktion nimmt nur einen (kleinen) Teil der Angaben auf und auch nur wenn über der Liste der Titel entweder „works cited“ oder „bibliography“ steht. Und die Übernahme aus den Onlinekatalogen funktioniert wirklich nur in den Katalogen einer angegebenen Liste von Universitäten. Und jedesmal wenn man von der Seite wegnavigiert muß man sich neu anmelden. Und so bleibt am Ende eigentlich nur der Vorteil, daß man mit Carmun immer seine Bibliographie im Netz verfügbar hat und diese auch verwalten kann. Und der Vorteil des Austausches mit Leuten die ähnliche Themen bearbeiten. Hier ergibt sich zwar bis jetzt noch das Problem daß noch nicht allzu viele Leute das Netzwerk benutzen (eine kurze Stichprobe: die Suche nach Leuten mit dem Major „History“ ergibt etwas unter 80 Personen) und das Netzwerk daher etwas, nunja, wenig vernetzt ist, das kann sich allerdings noch ändern.

Neben der Tatsache, daß dieses Netzwerk eventuell eine Brutstätte für Plagiaristen sein könnte (jeder in der Gruppe Celtic Heritage bringt das gleiche Referat über ebendieses Erbe…), und der Tatsache, daß ein erfahrener Bibliograph schneller seine Titel per Hand in eine Textdokument eingibt als in die Maske von Carmun (wie gesagt: schmerzhaft langsam…), ist wohl vor allem bis jetzt noch das Faktum ein wichtiges, daß dieses Netzwerk, mal wieder, einen rein nordamerikanisch- englischsprachigen Markt abdeckt. Zwar brüsten sie sich mit Teilnehmern aus 40 Ländern weltweit, merken tut man davon allerdings fast nichts. Sollte es also ein Erfolg werden müssten sie sich wirklich beeilen ihr Produkt auch auf andere Märkte anzupassen, denn die Klauwut gewisser deutscher/europäischer Unternehmer was Ideen des Web 2.0 angeht ist ja mittlerweile auch schon bekannt…

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