20 September 2007

Nacht in Limerick

Posted in Erasmus, Irland, Welt um 2:53 pm von G. Neuner

Montag nacht. Wir versuchen in das Nancy Blake’s zu kommen. Wir, das sind die Leute aus unserem Haus, und die zwei Amerikaner die erst letzte Woche angekommen sind. Wir werden schon bei der zweiten Person aufgehalten. Sarah, unsere Franzoesin, ist erst 20, das Pub erst ab 21. Wahrscheinlich um Binge Drinking Parties zu vermeiden bei denen sich Jugendliche sinnlos zusammenlaufen lassen. Das Drinking Age in Irland ist 18. Die ersten Erfahrungen mit Alkohol werden also passenderweise in den ersten Jahren im College gemacht. Und das merkt man natuerlich in einer Studentenstadt wie Limerick. Da will natuerlich ein so bekanntes haus wie das nancy Blake’s ein gewisses Niveau halten.

Genau das andere Extrem haben wir dann auch gleich auf der gegenueberliegenden Strassenseite, die Smyths Bar. Eine nette Bar, ziemlich gross und einigermassen Stilvoll fuer Limerick. Free Beer spielt, und ja, wir waren alle am Anfang verwirrt warum es ueberall in Limerick Freibier geben sollte. Es ist eine Studentenband. Sie spielen ganz rockigen, ganz tanzbaren irischen Folk. Viele leute auf der Tanzflaeche, viele Leute auch ansonsten hier. Fuenfzehn Minuten nachdem sie angefangen haben zu spielen liegen die ersten betrunkenen Maedchen neben unserem Tisch auf dem Boden. Als ich spaeter von meiner Tour Richtung Bankautomat zurueckkomme [1] ist die Party schon im vollen Gange. Neben unserem Tisch liegen zwei Maedchen auf dem Boden und machen Heavy Petting miteinander. Wir lassen sie erstmal, spaeter versuchen wir ihnen aufzuhelfen als sie versuchen aufzustehen und mangels Koordination anfangen Stuehle und Tische umzuschmeissen und sich fast gegenseitig ein paar Knochen brechen. Beide haben Wunden von den Glassplittern am Boden, ihre Kleidung ist verschmiert vom Dreck und Biergemisch am Boden. Sie sehen uns etwas beduselt an, dann wanken sie Arm in Arm wieder Richtung Tanzflaeche und fallen wahrscheinlich dort irgendjemand anderem, oder wieder sich gegenseitig, in die Arme/vor die Fuesse.

Auf dem Weg nach Hause kommen wir an einem brennenden Auto vorbei. Ein paar Meter vom College entfernt, ein paar Hundert Meter vor unserer Haustuer. Der Geruch von brennendem Gummi und das Knacken sich verbiegenden Metalls ueber einem Kreisverkehr. Das zweite zerdepperte Auto in der Strasse innerhalb einer Woche. Vor ein paar Tagen war ich auf einer internationalen Newsseite und durfte gleich etwas ueber Limerick lesen: Offenbar wurde letzte Woche ein Obdachloser der in einer groesseren Muelltonne naechtigte aus Versehen in eine Muellpresse geschmissen. Warum sammeln sich hier in dieser Stadt eigentlich solche Meldungen an?

 [1] ironischerweise gab es in der Bar, nur 3 m von unserem Tisch entfernt einen Automaten, der meine Sparkassenkarte allerdings nicht annimmt. Genausowenig wie die naechsten vier Automaten. Ich mag die Bank of Ulster, sie gibt mir Geld…

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1 Kommentar »

  1. anna said,

    ui, bei dir gehts rund … gut, wenn man da kein auto hat.:-)


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