1 Februar 2008

A Study in Emerald

Posted in Kultur, Kunst, Review tagged , , , , um 1:08 am von G. Neuner

A Study in Emerald„Eine Studie in Smaragdgrün“ wäre wohl der passend übersetzte Titel einer Kurzgeschichte (A Study in Emerald) von Neil Gaiman. Ich weiß nicht ob sie vielleicht schon einmal übersetzt worden ist, bei der Popularität die dieser Autor in bestimmten Kreisen genießt würde es mich aber nicht wundern.

Ich bin vor ein paar Tagen auf sie aufmerksam geworden als Boing Boing darüber berichtete, daß Harper Collins nun diese Geschichte als Audiobuch, gelesen vom Autor selbst, zum kostenlosen Download anbietet. Nicht daß es so schwierig wäre den Text zu bekommen, Gaiman hat diesen zwar bereits in zwei Anthologien [1] veröffentlicht, stellt ihn jedoch gleichzeitig auf seiner Seite als Etext bereit. Was so ziemlich eine der besten Taktiken für einen Autoren ist um neue Leser zu gewinnen (und der Beweis daß ein solches Geschäftsmodell funktionieren kann). Nun werde ich mir beide Bücher kaufen müssen um, a) mehr Geschichten mit diesem Thema zu finden, und b) mehr Sachen von Neil lesen zu können. Neil Gaimans Bücher wirken aus gutem Grund oft wie Drogen auf seine Leser. In mehr als einem Sinn.

A Study in Emerald ist, wie der Name schon andeutet, eine Pastiche auf Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes Geschichten (besonders eben „Eine Studie in Scharlachrot/A Study in Scarlet“ [2]), verbunden mit der Mythologie von Howard Phillips Lovecraft [3]. Neil Gaiman zeigt dabei schon allein bei diesem eher simplen Experiment sein ganzes Können. Er verändert Details, verschiebt andere und spielt mit den Erwartungen der Leser, die am besten beide hier benutzten Autoren zumindest schon mal gelesen haben sollten, und dank der kulturellen Wichtigkeit der beiden bestimmt schon einmal gelesen haben.

Fühlt sich der Leser anfangs noch auf sicherem und bekanntem Terrain (der Beginn erinnert nicht aus Zufall frappierend an die erste Sherlock Holmes-Geschichte), ist schon der anfängliche Verlauf durch die Einflüße des Cthulhu Mythos geprägt (Wie kann man an der Blutfarbe erkennen ob ein Opfer adlig war?) und stürzt dann mehrmals das erwartete Bild komplett um.

Man merkt daß Neil, wie immer, viel Spaß an dem Spiel mit den Konventionen der Genres hat in denen er sich bewegt, genau das macht diese Geschichte so interessant. Und eigentlich wünscht man sich fast daß man mehr von dieser Welt erfahren könnte die da von ihm in einem Handstreich entworfen wird.

[1] Reaves Michael, Pelan John (Hrsg.), Shadows over Baker Street: New Tales of Terror!, Del Rey Books 2003; Neil Gaiman, Fragile Things: Short Fictions and Wonders, Harper Collins 2006

[2] Wikisource: Arthur Conan Doyle, A Study in Scarlet (englisch)

[3] Wikisource: H. P. Lovecraft (Werke, englisch)

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